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BSE-Test Stopp ist problematisch

ZÜRICH, 7. Februar 2005; Der erste BSE-Fall im 2005 zeigt, dass die Einstellung der freiwilligen BSE-Tests problematisch ist. Wäre das Tier zwei Wochen später geschlachtet worden, wäre es auf den Tellern der Konsumenten gelandet.


Flächendeckende BSE-Tests sind heute in der EU eine Selbstverständlichkeit. In der Schweiz haben jedoch die Grossverteiler Migros und Coop ebensolche flächendeckenden Tests per Ende Januar 2005 eingestellt. Grund: BSE-Tests seien überflüssig. Zum einen böten auch BSE-Tests keinen vollständigen Schutz, und zum anderen würden bei der Schlachtung bereits alle Risikoorgane entfernt.

Diese Argumente sind nicht neu und wurden bereits in den Neunzigerjahren, vor der Einführung europaweiter BSE-Tests, angeführt. Sie sind heute nicht weniger falsch als dazumal.

Mit jedem BSE-Fall, der erfolgreich aus der Nahrungskette entfernt werden konnte, haben die BSE-Tests ihre Tauglichkeit eindrücklich unter Beweis gestellt. Nur weil ein vollständiger Schutz vor einer Infektionskrankheit niemals gewährt werden kann, ist es zynisch, freiwillig darauf zu verzichten, so viele BSE-Rinder wie möglich aus der Nahrungskette herauszufiltern.

Die Behauptung, dass die Entnahme von speziellen BSE-Risikoorganen wie Gehirn und Rückenmark die BSE-Tests überflüssig mache, und demnach BSE-Tiere unbedenklich konsumiert werden können, ist ebenfalls nicht stichhaltig:
1. Bereits in den Neunzigerjahren zeigten in England durchgeführte Studien, dass bei der Zerlegung von Schlachtkörpern Verunreinigungen des Fleisches mit Risikomaterial stattfinden und dass bei der Tötung des Schlachttieres durch Bolzenschuss infektiöses Hirnmaterial in die Blutbahn gelangen kann.
2. Diese Befunde wurden durch neuere, im Jahre 2004 publizierte Studien erneut bestätigt und auf weitere Schlachtprozesse ausgeweitet.
3. Neueste Forschungsergebnisse der Universität Zürich zeigten auf, dass neben den bisher bekannten Risikomaterialien auch weitere Organe wie Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse betroffen sein können. Amerikanische Forschungsresultate legen zudem nahe, dass sich Prionen auch im Muskelfleisch anreichern könnten.

Auf Grund dieser Fakten wird in Europa nach wie vor flächendeckend getestet. Dies auch in Ländern mit tiefen BSE-Zahlen, wie zum Beispiel Österreich (welches in seiner Geschichte erst einen einzigen BSE-Fall zu verzeichnen hatte). Diese Massnahme entspricht dem Stand der Wissenschaft, und wird nicht zuletzt vom Prionenforscher und Nobelpreisträger Stanley Prusiner eindringlich empfohlen.



Media Releases | 07.02.05